Rhizarthrose tritt bei Frauen bis zu zehnmal häufiger auf. Oft beginnt sie nach dem 50. Lebensjahr. Doch die ersten Schäden können schon früher entstehen. Rhizarthrose ist eine Arthrose am Carpometacarpalgelenk I. Es liegt zwischen dem Os metacarpale I und dem Os trapezium. Dieses Gelenk ermöglicht Bewegungen wie Opposition und Pinzettengriff.
Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit beeinflussen deinen Alltag stark. Die Erkrankung ist eine der häufigsten Formen der Arthrose am Handgelenk und Finger.
Knorpelabbau, Entzündungen, Osteophyten und Fehlstellungen sind typisch. Bei Berufen mit viel Pinzettengriff-Belastung steigt das Risiko.
Im nächsten Abschnitt erkläre ich dir, worauf du bei Symptomen achten solltest. Ich zeige dir, wie Ärzte die Erkrankung beurteilen und welche Hinweise auf Schäden geben.
Symptome und klinische Zeichen bei Rhizarthrose
Wenn Sie denken, dass Ihr Daumensattelgelenk arthrotisch ist, fühlen Sie wahrscheinlich Schmerzen beim Greifen und Drehen. Diese Schmerzen machen es schwerer, Alltagsgegenstände zu handhaben.
Typische Alltagssymptome
Schmerzen treten besonders bei Drehbewegungen, beim Öffnen von Flaschen oder beim Schrauben auf. Sie fühlen sich auch bei Opposition und Streckung des Daumens.
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Dinge zu greifen oder zu halten, könnte das ein Zeichen sein. Morgensteifigkeit und ein Spannungsgefühl im Daumenballen sind typische Anzeichen.
Später können Sie Schwellungen, Fehlstellungen und manchmal Subluxationen sehen. Diese Probleme machen die Handfunktion schwerer.
Objektive Befunde beim Arzt
Der Arzt fühlt Druck- und Kompressionsschmerz über dem Gelenk. Er prüft, ob Schmerzen bei Opposition und Streckung auftreten. Osteophyten und Schwellung auf der Streckseite sind typische Anzeichen.
Bei Bewegung können Sie Reibegeräusche hören, oft als Krepitation. Ein positiver Grind-Test mit Reibegeräuschen oder Schmerzen deutet stark auf Arthrose hin.
Ein Gefühl von Instabilität oder „Wackeln“ im Daumen ist ein weiteres Zeichen. In fortgeschrittenen Fällen sieht man eine Deformierung oder ein Ausweichen des Mittelhandknochens.
Klinische Stadieneinteilung und Verlauf
Die Stadieneinteilung beschreibt das Ausmaß der Gelenkveränderung. Stadium I zeigt normale Konturen mit leichter Synovialitis und ersten Knorpelschäden.
Stadium II ist durch einen verschmälernden Gelenkspalt und kleine Osteophyten unter 2 mm gekennzeichnet. In Stadium III bilden sich Zysten, Sklerosierungen und größere Osteophyten über 2 mm.
Stadium IV ist das Endstadium, mit kompletter Zerstörung des Daumensattelgelenks. Es gibt starke Umbauvorgänge und massiven Kraftverlust. Der Verlauf ist schleichend über Jahre, beginnend mit Belastungsschmerz und später auch Schmerzen in Ruhe.
| Aspekt | Frühes Stadium | Mittleres Stadium | Spätes Stadium |
|---|---|---|---|
| Hauptsymptom | Belastungsabhängige Schmerzen | Zunehmende Schmerzen auch in Ruhe | Dauerhafte starke Schmerzen |
| Funktion | Leichte griffschwäche | Deutlicher Kraftverlust beim Zupacken | Schwere Funktionseinschränkung |
| Objektiver Befund | Geringe Synovialitis, erste Knorpelschäden | Osteophyten, Gelenkspaltverschmälerung | Sklerosierung, Gelenkzerstörung, Fehlstellung |
| Besondere Zeichen | Gelegentliche Reibegeräusche | Krepitation und daumeninstabilität | Sichtbare Deformierung und Subluxation |
| Verlauf | Schleichend | Progressiv | Endstadium mit deutlich eingeschränkter Lebensqualität |
Diagnose, Ursachen und differenzialdiagnostische Abklärung
Um eine sichere Diagnose zu stellen, ist eine strukturierte Herangehensweise wichtig. Ihre Beschwerden, Belastungsmuster und frühere Verletzungen sind entscheidend. Klinische Tests und spezielle bildgebende Verfahren helfen, die Ursache zu finden und die richtige Behandlung vorzubereiten.
Anamnese und klinische Tests
Beginnen Sie mit einer genauen Anamnese. Fragen Sie nach dem Zeitpunkt und den Umständen der Schmerzen. Auch Alltagsbewegungen und frühere Verletzungen sind wichtig.
Ärztinnen untersuchen Schwellung, Fehlstellung und Muskelatrophie. Palpation zeigt Druckschmerz und Osteophyten. Bewegungsprüfungen beinhalten Opposition, Adduktion und Abduktion sowie Kraftmessungen.
Der Grind-Test und der Squeeze-Test sind Teil der Provokationstests. Sie testen die Empfindlichkeit des Daumensattelgelenks.
Bildgebung und Labor
Röntgenaufnahmen sind der Standard. Sie zeigen Gelenkspaltverschmälerung und Osteophyten. Diese Befunde helfen bei der Stadieneinteilung.
MRT kann Weichteilveränderungen und Knorpelschäden zeigen. Das hilft, andere Erkrankungen auszuschließen.
Laborwerte dienen zum Ausschluss von Entzündungen. CRP, Blutsenkung und Leukozyten werden geprüft. Bei Verdacht auf Gicht ist die Harnsäurebestimmung wichtig.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen für Rhizarthrose sind oft komplex. Altersbedingter Knorpelabbau spielt eine große Rolle. Genetische Prädisposition und ein lockerer Bandapparat erhöhen das Risiko.
Bekannte Risikofaktoren sind weibliches Geschlecht, höheres Alter nach den Wechseljahren, Adipositas und Bluthochdruck. Berufliche Dauerbelastung und frühere Verletzungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Knorpelabrieb führt zu Synovialentzündung und Osteophytenbildung. Kapsel- und Bandstörungen tragen zur Gelenkdeformierung bei.
Differenzialdiagnosen
Bei unklaren Symptomen ist es wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen. Tendovaginitis de Quervain zeigt Schmerzen in den Sehnenfächern. Karpaltunnelsyndrom führt zu nächtlichen Missempfindungen.
STT-Arthrose betrifft andere Gelenkflächen. Entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis zeigen erhöhte Entzündungswerte. Gicht lässt sich durch Harnsäure- und Kristallnachweis abgrenzen.
Weitere Differenzialdiagnosen sind Pseudarthrose nach Frakturen und Sesambeinarthrose. Bildgebung und Labor helfen bei der Differenzierung.
| Untersuchung | Was sie zeigt | Nutzen für die Behandlung rhizarthrose |
|---|---|---|
| Anamnese & klinische Tests | Schmerzcharakter, Funktionseinschränkung, positive Grind-Test Ergebnisse | Leitet konservative Maßnahmen ein und entscheidet über operative Abklärung |
| Röntgen rhizarthrose | Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Sklerosierung, Verschiebung | Ermöglicht Stadieneinteilung und OP-Planung |
| MRT | Weichteilschäden, Knorpeldefekte, Zysten | Klärt unklare Befunde und differenzialdiagnosen |
| Labor | CRP, BSG, Rheumafaktor, Autoantikörper, Harnsäure | Ausschluss entzündlicher oder metabolischer Ursachen |
| Provokationstests (Grind-Test, Squeeze-Test) | Provokation von Schmerzen und Krepitation | Bestätigt mechanische Belastungsursachen und unterstützt Diagnose Rhizarthrose |
Fazit
Rhizarthrose ist eine häufige Arthrose am Daumensattelgelenk. Sie zeigt sich durch Schmerzen, Schwäche beim Greifen und Schwellungen. Frühe Diagnose durch Anamnese und Röntgenhilfe ist wichtig.
Die Behandlung beginnt mit konservativen Methoden. Dazu gehören Schmerzmittel, Physiotherapie und Schienen. Manchmal sind Infiltrationen nötig, um Schmerzen zu lindern.
Wenn diese Methoden nicht helfen, kommen operative Eingriffe infrage. Diese reichen von minimal-invasiven Eingriffen bis zu Operationen, die das Gelenk ersetzen. Die Wahl hängt vom Zustand des Gelenks ab.
Suchen Sie frühzeitig einen Arzt auf, um Ihre Gelenke zu schützen. Aktive Übungen und spezielle Physiotherapie helfen. Eine Operation ist nur bei Versagen der anderen Methoden in Betracht.












